Kommunikation: Ihre Worte können die Leistung Ihrer Athleten zerstören.
- Benoît Zwick

- vor 6 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Im letzten Artikel ging es um die Bedeutung der Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Athleten. Heute möchte ich zum Wesentlichen kommen. Ich möchte mit Ihnen über eine Falle sprechen, in die 90 % der Trainer tappen, selbst die erfahrensten.
Diese Falle? Instinkt.
Sie glauben, Ihre Athleten in- und auswendig zu kennen. Sie denken, dass „zu sagen, was man denkt, wann man es denkt“ ein Beweis für Authentizität und Führungsstärke ist.
Das ist falsch. Und es ist manchmal verheerend für ihre psychische Gesundheit.
Rein instinktive Kommunikation ist der beste Weg, einen gestressten Athleten mit einer überlangen Rede zu lähmen oder einen verärgerten Athleten mit unangebrachter Kritik zu frustrieren. In der mentalen Vorbereitung lernen wir eine goldene Regel: Eine hervorragende Botschaft ist nutzlos, wenn sie zum falschen Zeitpunkt oder auf die falsche Weise übermittelt wird.
Kommunikation ist keine angeborene Gabe. Sie ist ein strategisches Werkzeug. Damit sie die Leistung verbessern kann, muss ein durchdachter Kommunikationsplan erstellt werden .

Hier finden Sie die genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Ihre Interventionen zu strukturieren und vor Ort sofort Wirkung zu erzielen.
Die 7 Schritte eines mentalisierten Kommunikationsplans
1. Definieren Sie die Kommunikationssituation mit dem Athleten (den Kontext).
Bevor Sie es öffnen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um den zeitlichen und situativen Kontext zu analysieren. Wir sprechen zu diesen verschiedenen Zeiten nicht auf dieselbe Weise:
Vor dem Wettkampf: Ziel ist Motivation und Stressbewältigung.
Während des Wettkampfs: Wir streben eine ultraschnelle Anpassung und Neuausrichtung an.
Nach dem Wettkampf: Jetzt ist es Zeit für Nachbesprechung und Planung.
Im Falle eines Konflikts oder einer Krise: Ziel ist Deeskalation und Wiederaufbau.
Bei Zweifeln oder Leistungseinbrüchen: Wir bieten Sicherheit und mentale Unterstützung.
👉 Ihr Werkzeug: Fassen Sie die aktuelle Situation in einem einzigen, einfachen Satz zusammen. Beispiel: „Mein Tennisspieler steht kurz vor einem wichtigen Finale und zeigt Anzeichen von Nervosität.“
2. Ermitteln Sie den mentalen Zustand Ihres Athleten.
Hier kommen das Einfühlungsvermögen und die scharfe Beobachtungsgabe des Experten ins Spiel. In welchem emotionalen Zustand befindet sich Ihr Athlet genau in diesem Moment?
Selbstbewusst, aber überdreht? Sie müssen Ihre Energie kanalisieren und stabilisieren.
Gestresst und zögerlich? Er braucht stabile Bezugspunkte, um zur Ruhe zu kommen.
Demotiviert oder frustriert? Wir müssen die Leidenschaft neu entfachen und das Engagement wiederbeleben.
Verärgert über einen Fehler? Dann müssen Sie sich sofort beruhigen und Ihre Konzentration wiederfinden.
Abgelenkt oder unkonzentriert? Er muss mit Gewalt in die Gegenwart zurückgeholt werden.
👉 Ihr Werkzeug: Reagieren Sie nicht auf das oberflächliche Verhalten, sondern benennen Sie die zugrunde liegende Emotion präzise. Beispiel: „Mein Basketballspieler hat zu Beginn des Spiels mehrmals den Ball verloren und wird langsam frustriert.“
3. Setzen Sie sich ein ganz konkretes Ziel für Ihre Kommunikation.
Was willst du in ihm auslösen, wenn du den Mund öffnest? Wähle nur eine Priorität:
Um sein Selbstvertrauen zu stärken.
Um wieder Klarheit und Fokus zu schaffen.
Negative Emotionen in eine Quelle der Motivation umwandeln.
Schaffen Sie eine Dynamik des Fortschritts und des Lernens.
Steigerung von Engagement und Intensität.
👉 Ihr Werkzeug: Formulieren Sie Ihr Ziel in einem einzigen Handlungssatz. Beispiel: „Mein Ziel ist es, die Fußballmannschaft wieder auf die taktischen Anweisungen zu fokussieren und nach einer schwierigen ersten Halbzeit die positive kollektive Energie wieder zu mobilisieren.“
4. Wählen Sie die richtige Kommunikationsstrategie
Jedes Ziel erfordert eine spezifische Kommunikationsstrategie. Hören Sie auf, immer dasselbe zu tun. Variieren Sie Ihre Vorgehensweise:
Direkte Ermutigung: Ideal, um sofort zu beruhigen und zu motivieren ( „Du hast das Zeug dazu, vertraue dir selbst!“ ).
Strukturiertes Feedback: Ideal, um klare technische oder taktische Anweisungen zu geben ( „Verbessere deine Unterstützung, um deine Pässe besser zu kontrollieren“ ).
Die offene Frage: Den Athleten in seine eigene Reflexion einzubeziehen und ihn zu stärken ( „Was blockiert dich gerade?“ ).
Die schnelle Umdeutung: Um eine negative Spirale sofort zu stoppen ( „Vergiss diese Aktion, bleib im Spiel“ ).
Storytelling oder mentale Bilder / inspirierendes Beispiel: Die Denkweise mit einer starken Metapher oder einer Erfolgserinnerung beeinflussen ( „Erinnere dich an das Spiel, in dem du die Situation gedreht hast, du bist dazu fähig!“ ).
👉 Konkretes Beispiel: Im alpinen Skifahren sollte man vor einem entscheidenden Slalom einen Schlüsselsatz und ein starkes mentales Bild verwenden: „Visualisiere die Ziellinie, spüre die Kraft in deinen Beinen.“
5. Gliedern Sie Ihre Botschaft in „3 Teile“ (Die Struktur).
Vermeiden Sie endlose Monologe. Die Aufmerksamkeitsspanne Ihres Athleten ist unter Druck begrenzt. Strukturieren Sie Ihre Präsentation in drei präzise Abschnitte:
Der erste Satz: Man fesselt ihre Aufmerksamkeit und bereitet ihren Geist vor.
Die Hauptbotschaft: Sie geben klare Anweisungen, präzise Handlungsanweisungen oder motivierende Richtungsangaben.
Der inspirierende Schluss: Sie verankern Zuversicht, positive Energie und Engagement.
👉 Konkretes Beispiel (Auszeit im Volleyball):
Hook: "Okay, jetzt geht es ums Geld."
Hauptbotschaft: „Haltet es einfach, habt Spaß und folgt unserem Plan.“
Schlusswort: „Wir sitzen alle im selben Boot, wir kriegen ihn!“
6. Verkörpern Sie Ihre Botschaft (Nonverbal und Tonfall)
Was Sie sagen, macht nur einen kleinen Teil der Wirkung aus. Der Rest liegt in Ihrer Einstellung. Ihr Athlet achtet auf Ihre Körpersprache, bevor er auf Ihre Worte hört.
Ihr Blick: Direkt und bestimmt, um Ihre Glaubwürdigkeit zu stärken.
Körperhaltung: Stabil und offen, um Vertrauen auszustrahlen.
Die Stimme: Dynamisch und positiv, um Energie zu erzeugen (oder ruhig und gelassen, je nach emotionalem Bedürfnis).
Gesten: Angepasst an Ihre Botschaft.
👉 Beispiel: Im Boxen nimmt der Trainer vor der letzten Runde einen durchdringenden Blick an, spricht mit fester Stimme und legt seine Hand auf die Schulter des Athleten, um ihm Selbstvertrauen zu geben.
7. Evaluieren und anpassen (Der Lernzyklus des Experten)
Sobald die Nachricht zugestellt wurde, beobachten Sie die Reaktion. Dies ist Ihr Dashboard:
Hat der Athlet positiv reagiert?
Hat sich seine Einstellung oder sein mentaler Zustand seit Ihrem Gespräch verändert?
Was könnte verbessert werden?
👉 Ihr persönliches Nachbesprechungsinstrument: Wenn Sie nach einer Vorbesprechung vor einem Radrennen feststellen, dass Ihre Botschaft zu lang war, schreiben Sie sie auf und kürzen Sie sie beim nächsten Mal.
Als Mentalcoach sehe ich zu viele Trainer, die sich am Spielfeldrand mit Geschrei verausgaben und dabei glauben, Lautstärke könne absolute Präzision ersetzen.
Die Realität von Höchstleistungen ist brutal:
Die richtigen Worte, zur richtigen Zeit gesprochen, können den Verlauf einer Karriere verändern. Alles andere ist nur Lärm.
Mentalisierte Kommunikation muss stets diese drei grundlegenden Kriterien erfüllen:
Klar und strukturiert: Keine vagen oder übermäßig langen Botschaften.
Angepasst an den emotionalen Zustand des Athleten: Eine gute Botschaft, die zum falschen Zeitpunkt übermittelt wird, verfehlt einfach ihre Wirkung.
Inspirierend und handlungsorientiert: Es muss einen unmittelbaren Hebel für Fortschritt bieten.
Kommunizieren Sie nicht mehr instinktiv. Nehmen Sie ab dieser Woche Ihr Coaching-Notizbuch, wählen Sie eine schwierige Situation mit einem Ihrer Athleten und notieren Sie die 7 Schritte Ihres mentalen Kommunikationsplans.
Den Unterschied werden Sie bei der nächsten Trainingseinheit sehen.
Darüber hinaus sollten Sie wissen, dass all diese Methoden und Kommunikationsinstrumente Teil des umfassenden mentalen Vorbereitungstrainings für Trainer sind, das auf NEXOO verfügbar ist.
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